Wie Christen und Muslime in Sinzig gemeinsam Fasten brechen
Religionen im Dialog
In Sinzig kommen 90 Menschen zusammen, um den Ramadan zu feiern. Der Verein Merida und der Pastorale Raum Sinzig zeigen, wie Begegnung über Religionsgrenzen hinweg funktionieren kann.
Rund 90 Menschen haben im Sinziger Pfarrheim St. Peter gemeinsam das Fasten im Ramadan gebrochen – ein Abend, der christliche und muslimische Traditionen zusammenführte und Raum für Begegnung bot. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Pastoralen Raum Sinzig und dem Frauennetzwerk Merida e. V., dessen Vorsitzende Songül Erdem den Gästen die Bedeutung des Fastenmonats erläuterte. Sie betonte die religiöse Pflicht des Fastens sowie den Gedanken der Barmherzigkeit und des Spendens. „Der Fastenmonat Ramadan richtet sich nach der Sichtbarkeit der zunehmenden Mondsichel und verschiebt sich von Jahr zu Jahr, da sich der islamische Kalender nach dem Mond richtet“, erläutert Erdem. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang verzichteten Muslime auf Nahrung und Getränke; ausgenommen seien Kinder, Schwangere, kranke und alte Menschen. Die Gemeindereferentin Sabine Mombauer hob hervor, wie wichtig es sei, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeinsamkeiten zu entdecken. Die Reihe „Was glaubst du denn?“, unterstützt von der Dr. Buhmann Stiftung, soll genau das fördern.
Zum Sonnenuntergang erklang der Gebetsruf, bevor die Gäste traditionell mit Datteln und Wasser das Fasten brachen. Anschließend erwartete sie ein reichhaltiges Buffet mit köstlich zubereiteten türkischen Speisen – gekocht von den Frauen des Vereins, die aufgrund des Fastenmonats ohne das Abschmecken beim Zubereiten auskommen mussten. Auch Vertreter der Stadt nahmen teil: Beigeordneter Volker Thormann und Ortsvorsteher Reiner Friedsam würdigten das Engagement für interreligiöse Verständigung. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie Begegnung über Religionsgrenzen hinweg gelingen kann.
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